Benzingespräche

Mein Oldtimer ist auf einem Transport versichert oder etwa doch nicht?

Und was haben Transporte und Ersatzteile miteinander zu tun?

Tatsächlich versicherte die Mannheimer Versicherung schon Transporte weltweit, als nur wenige Quadrate weiter weg, Carl Benz sein motorgetriebenes Dreirad entwickelte.

BELMOT ist seit nun 30 Jahren stolz darauf, eine Allgefahrendeckung anzubieten, diese stammt tatsächlich ursprünglich aus dem Transportbereich und deckt daher mehr ab als konventionelle Kaskodeckungen aus dem KFZ-Segment. Doch was ist, wenn mein Auto nicht mehr fährt, wenn es abgeschleppt wird oder einfach nur in eine Werkstatt, oder zu einer Ausstellung transportiert wird?

Spielt es eine Rolle, ob ich mein Fahrzeug selbst transportiere oder transportieren lasse
Wir bringen ein wenig Licht ins Dunkel – Transport ist nicht gleich Transport.

Eine Panne – was nun? Auch den Klassiker erwischt es hin und wieder, er muss abgeschleppt werden. Er hängt quasi am Haken. Schäden, die beim Abschleppen entstehen, deckt in der Regel eine Hakenlastversicherung. Also, der Schädiger – in der Regel das Abschleppunternehmen selbst – ist versichert.

Weitaus häufiger werden Oldtimer per Anhänger transportiert, wenn sie keine Panne haben. Also auf dem eigenen bzw. geliehenen Anhänger. Passiert dann etwas, ist der Schaden, so denken die meisten, versichert.

Welcher Transportschaden ist bei einem Transport auf dem Anhänger versichert?

Hier ist es unglaublich wichtig, einen Blick auf die Versicherungsbedingungen zu werfen. In der Regel gilt nämlich eine Deckung für den sogenannten „Transportmittelunfall“. Klingt gut – also ist man versichert. Irrtum, das kommt genau darauf an. Hat das Transportmittel – in unserem Beispiel der Anhänger – einen Unfall? Nein? Dann besteht nämlich auch kein Versicherungsschutz! Immer dann, wenn beispielsweise beim Auffahren auf die Rampen, durch falsches Befestigen oder durch „Abstürzen“ vom Anhänger ein Schaden entsteht, steht der Kunde im Regen. Er erhält keinen Cent, denn der Anhänger hat ja keinen Unfall erlitten. Daher sollte man darauf achten, dass in den Bedingungen „Transportschäden“ versichert gelten. Nur dann fallen z.B. die klassischen Schäden beim Be- und Entladen unter den Versicherungsschutz. Ansonsten nicht.

Dann doch gleich transportieren lassen, hier haftet der Spediteur! Da ist man auf der sicheren Seite. Falsch auch hier gilt – Aufpassen. Die sogenannte Frachtführerhaftung – ja, die heißt tatsächlich so – richtet sich nach dem Gewicht des Transportgutes. Also, was bei Mehl, Milch oder sonstigen Gütern funktioniert, klappt beim Klassiker definitiv nicht. Nehmen wir einen Mercedes der Baureihe W111, wie auf unserem Foto, so liegt die Höchsthaftungssumme bei ca. 10 Euro pro Kilogramm Fracht. Also mehr als 1.500 (kg) x 10 Euro. Mehr als 15.000 Euro springen da nicht raus, selbst wenn den Klassiker unterwegs jemand stehlen sollte.

FAZIT: Ein wird schon gutgehen, darauf sollte man sich bei Liebhaberfahrzeugen auf keinen Fall verlassen. Wer auf Nummer sicher gehen will, klärt, ob seine Deckung nur bei Transportschäden nach einem Unfall des Transportmittels greift. Eine gute Nachricht für BELMOT-Versicherte: Hier gelten bereits in der Grunddeckung Schäden, die durch Transporte entstehen, als versichert.

Oldtimer Transport

Auch die Vollkasko schützt nicht unbedingt optimal. Angenommen, jemand zurrt meinen geliebten Oldtimer so fest, dass sich hinterher herausstellt, dass die Vorderachse irreparabel verbogen ist. Dann habe ich als Kunde erneut das Problem, dass die Vollkasko erst nach einem Unfall zahlt. Hatte ich keinen Unfall, durch den die Achse beschädigt wurde, muss ich die Reparatur aus eigener Tasche zahlen.

Also im Zweifel sollte man zum Thema Transporte jemanden fragen, der sich damit auskennt, vor allem wenn es darum geht, den geliebten Oldie nach Übersee zu verfrachten oder einen Neuerwerb aus den USA oder Japan nach Deutschland bringen zu lassen.

Doch was hat die Transportversicherung denn mit Ersatzteilen zu tun?
Genau genommen eine ganze Menge.

Viele langjährige Sammler kennen es: Zum geliebten Auto sammeln sich im Laufe der Jahre wertige Ersatzteile an. Manche gibt es vielleicht nicht mehr zu kaufen, oder sie sind einfach mit der Zeit im Wert gestiegen. Oft übersteigt dann der Wert der Teile den Wert, den man vor vielen Jahren noch für den ganzen Oldtimer auf den Tisch gelegt hat. Die Möglichkeit, Ersatzteile zu versichern, ist an sich nicht neu, doch auch hier kommt die Transportversicherung ins Spiel, denn sie deckt eingelagerte „Waren“. So kommt also auch derjenige, der seine Ersatzteile vernünftig haben möchte, in den „Genuss“ einer Transportversicherung.

Euer Ralf 

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