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Benzingespräche

Käfer im Doppelpack

Zwei Sympathieträger begleiten BELMOT auf der Retro Classics

Die VDA-Rangliste der beliebtesten Oldtimer wird seit zig Jahren vom VW Käfer angeführt. Mit rund 36.000 H-Kennzeichen und insgesamt rund 51.000 Käfern auf deutschen Straßen und in Garagen, macht der Kleine die größte Gruppe unter den in Deutschland zugelassenen Oldtimern aus. Grund genug für BELMOT, zur Retro Classics Stuttgart gleich doppelt aufzufahren. Und zwar mit Käfern aus den eigenen Reihen. Wir stellen die Besitzer vor, die einige kleine Stories zu ihren Wagen erzählen können.

Sympathieträger im Doppelpack (Foto links: Ralf Stumpfernagel. Foto rechts: Patrick Stadter)

Wir bringen euch einen VW 1500 Cabriolet in javagrün, Baujahr 1965 und einen schwarzen VW 1200 Cabriolet, Baujahr 1956 mit original erhaltener Innenausstattung, zur Messe mit. Beide Fahrzeuge sind echte BELMOT-Institutionen aus den eigene Reihen. Mit Sicherheit habt ihr den javagrünen auch schon mal gesehen: Er gehört BELMOT-Markenmanager Ralf und stand schon öfter für unsere Bild- oder Videoaufnahmen Modell. Das Besondere: Er wurde in dieser Version nur ein Jahr gebaut. Nach den Sommerferien 1967 lief der 1500 mit senkrecht stehenden Scheinwerfern und den großen Stoßstangen vom Band. Er sieht „alt“ aus, besitzt aber tatsächlich schon Scheibenbremsen und 12Volt Bordspannung. Der eingebaute Motor wurde nach einem Motorschaden gegen das damals originale 44PS Aggregat ausgetauscht, das Verdeck ist zeitgenössisch aus PVC. „Stoffverdecke galten zu der Zeit als unmodern,“ fügt Mister BELMOT hinzu.

Ralf ist zwar unser Markenmanager und mit Leib und Seele dem Thema Oldtimer verfallen aber natürlich nicht der einzige Oldtimerfan der Mannheimer: Patrick leitet unseren ExclusivVertrieb und leiht uns für die Retro seinen VW Käfer in schwarz aus. Er hat, was Oldtimer angeht, einen ganz ähnlichen Geschmack wie Ralf. Beide stehen nämlich eigentlich auf größere Wagen – hauptsächlich der Marke Mercedes – und beide besitzen sogar die gleichen Mercedes Modelle (W115 und Mercedes R107). „Nur beim Mustang hat Ralf nicht mitgezogen“, erzählt Patrick augenzwinkernd. „Der Mustang ist laut, stinkt und ist eben ein Wilder.“

Der Käferkauf war von Patrick eigentlich gar nicht geplant. „Ich wollte mir auf der Retro Classics 2014 einen Porsche 911 kaufen und bin bei den Preisen immer ein wenig dem Markt hinterhergelaufen. Zu meinen Vorstellungen gab es einfach kein passendes Auto. Ein Bekannter von mir hatte den Käfer an seinem Stand dabei. Ich kannte das Auto da bereits schon, weil es lange Jahre bei ihm im Showroom stand und nicht zu verkaufen war. So mehr im Spaß habe ich gesagt, dass ich den Käfer kaufe, wenn er ihn auf der Messe nicht verkaufen kann. Nach der Messe rief er mich dann an und sagte „Patrick, Dein Käfer ist aus Stuttgart zurück. Wann kommst Du ihn denn abholen?“ Und so wurde aus einem missglückten Porschekauf und einer flapsigen Bemerkung ein VW Käfer. Und ich habe es keine Sekunde bereut.“

Verständlich, begegnen die Menschen dem einen wie dem anderen doch immer mit einem Lächeln, wenn sie rund um ihre Heimatstädte Heppenheim oder München mit dem Käfer angefahren kommen, erzählen sie. Ralf besitzt seinen javagrünen Flitzer bereits 10 Jahre. Seine Kaufintention? „Auch einmal mit mehr als 2 Personen, also mit Kind und Kegel, ins Grüne zu fahren.“ Das mit dem Kind hat wunderbar geklappt. Ralf ist kürzlich Papa geworden. Doch für die privaten Ausfahrten ins Grüne bleibt deshalb aktuell nur selten Zeit. Auch das Selberschrauben, dass er durchaus kann, kommt aktuell etwas zu kurz. „Seinerzeit habe ich den Käfer, bis auf den Motor nahezu komplett zerlegt und sandstrahlen lassen und nach dem Lackieren auch wieder entsprechend zusammengebaut!“ Kommt Zeit, kommt schrauben, machen wir ihm Mut.

Patrick lässt den Käfer bei großen Reparaturen vom Profi warten. Kleinere Dinge erledigt er selbst und holt sich über YouTube Tutorials Unterstützung, wenn er nicht ganz sicher ist, wie etwas funktioniert. Er genießt es, bei schönen Wetter mit dem Käfer ins Büro oder zum Golfen zu fahren. Dreimal im Jahr nimmt er an Rallyes über mehrere Tage und über ein paar hundert Kilometer teil. Im Team mit Jürgen Wörner, einem Vorstandsmitglied der Mannheimer, ging er sogar als Gewinner seiner Altersklasse bei der Arabella Classics hervor. „Ein bisschen mulmig ist das Gefühl aber dennoch, weil der Käfer keine Sicherheitsgurte hat.“ Auch er ist Papa, allerdings bereits in der glücklichen Situation, etwas größere Kinder zu haben. So kann er ab und an Zeit mit Käfer UND Familie teilen. „Normalerweise darf ich meine Kinder natürlich nicht zur Schule fahren. Ich bin als Vater ja eher peinlich. Die Ausnahme sind die Oldtimer. Anna wird sehr gerne mit dem Käfer zur Schule gefahren. Da fahren wir „publikumswirksam“ vor und ich bekomme sogar ein Abschiedsküsschen. Danke lieber Käfer :-)“ 

Das sind solche besonderen Tage mit Käfer, an die man sich mit gerne erinnert. "Auch bei mir gibt es tatsächlich einen unvergesslichen Moment",erinnert sich Ralf. "Ich nenne ihn jedoch ‚Tag der Wahrheit‘: Der Käfer war beim Kauf ein Restaurierungsobjekt. So weit so gut. Aber der Verkäufer sicherte mir zu, dass der Vorbesitzer den Unterboden instandgesetzt habe und dort absolut keinerlei Durchrostungen zu finden seien. Dies würde den Aufwand deutlich in Grenzen halten. Am Tag der Wahrheit kam es ans Licht: In der Tat waren da keine Durchrostungen. Der Boden bestand jedoch aus dicken Edelstahlplatten, die man an die Reste des ursprünglichen Bodenblechs gepappt hatte, mit viel Silikon und Unterbodenschutz. Es blieb nur, direkt das ganze Häuschen abzuheben.“ Heute kann Ralf diese Erfahrung lächelnd erzählen. Damals war ihm sicher nicht so froh ums Herz.

Wir danken Patrick und Ralf für diesen kleinen Einblick in ihre Käferliebe. Aber es gibt noch so viel mehr zu erzählen. Wir freuen uns auf eine schöne gemeinsame Retro Classics. 

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