Aus der Werkstatt

Holz"abfall" in Ralfs Mercedes

Innenraumverschönerung selbstgemacht

Jeder, der schon einmal einen Mercedes aus den Baureihen 123, 126 oder 107 gefahren ist, kennt das Problem, egal wie gut oder schlecht gepflegt das Auto ist und losgelöst ob Garagen- oder Laternenparker: Es kommt die Zeit, da machen sich Holzzierleisten gerne selbstständig, sozusagen ein Fall von „Holzabfall“.

Lose Holzzierleisten (Foto: Ralf von BELMOT)

Reparieren ist eigentlich kein Problem. Was die Reparatursache aber erschwert, ist, wenn kreative Vorbesitzer sich bereits mit UHU, Pattex und ähnlichen Versuchen verkünstelt haben, um das Holz wieder an Ort und Stelle zu fixieren. Pragmatiker schrecken auch nicht vor Spax-Schrauben aus dem Baumarkt zurück.

Es gibt aber eine relativ einfache und kostengünstige Möglichkeit, dieses unschöne Übel zu beseitigen: Die Lösung heißt Polymerklebstoff und wird in der Regel in einer Kartusche geliefert (ok, die Lösung kommt auch aus dem Baumarkt).


Dieses Material hat den Vorteil, dass es nicht vollständig aushärtet, relativ unempfindlich gegen Temperaturschwankungen, Hitze und auch Feuchtigkeit ist. Es kommt im Gegensatz zu den konventionellen mit weniger Lösungsmitteln aus, so dass auch keine beißenden Gerüche durch den Innenraum wabern.

Und ein weiterer Vorteil den man vom Schlauch flicken am Fahrrad kennt. Während man bei den klassischen Klebstoffen oft sehr lange damit beschäftigt ist, vorhandene Kleber-Reste zu beseitigen, ist das in diesem Fall nicht zwingend erforderlich.
In unserem Fall handelte es sich um die originale Verklebung, die als Antidröhnmaterial einen dünnen, schwarzen Streifen Industrieschaumstoff eingearbeitet hat. Während bei lösemittelhaltigem Kleber, diese Reste entfernt werden sollten, weil sie angelöst werden würden, haben wir sie einfach belassen. Wie bei Flicken des Schlauchs vergrößert die „rauhe“ Beschaffenheit, die Oberfläche als solches und die Haftung des Polymerklebstoffes wird m.E. sogar verbessert.
Je nach Größe des zu befestigenden Holzteils sollte wahlweise mit Kreppband fixiert werden oder vorsichtig mit einer kleinen Schraubzwinge und entsprechender Unterlage zur Schonung der Holzoberfläche.
Je nach Ausführung des Holzes bei anderen Autoherstellern sollte man vorab prüfen, dass man nicht den Holzklarlack mit dem Klebe-/Kreppband abzieht.

  

Am einfachsten lässt man die geschienten Teile über Nacht trocknen, wobei eine Temperatur von unter 10 Grad dazu führen kann, dass die Trocknung länger dauert oder evtl. nicht vollständig abläuft (siehe jeweilige Hersteller-Angaben).

Polymerkleber Reste lassen sich relativ leicht entfernen und greifen auch nicht die Holzoberfläche an, wie das manchmal bei den lösemittelhaltigen Klebern vorkommen kann.

  Ideen muss man haben!  

Wie man auf den Fotos erkennen kann, ist das benötigte Material überschaubar, der Zeitbedarf als solches liegt in der Regel unter einer Stunde und der Schwierigkeitsgrad liegt auf Kindergartenniveau – also eine perfekte Arbeit für die Wintermonate, sofern die Temperaturen mitspielen. Und dazu noch etwas Kreativität.











 

Das Ergebnis kann sich doch sehen lassen

 

Euer Ralf 

 

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