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Benzingespräche

Oma ist schuld

Roland von BELMOT ist leidenschaftlicher Porschefan und Schrauber. Er baute in Eigenregie seinen 914/4 um. Was seine Oma von seiner Porscheliebe hält?

Foto: Roland von BELMOT

Wenn ich groß bin, kaufe ich mir einen Porsche“. Aus dieser Prophezeiung wurde ein Versprechen, dass der damals vierjährige Roland von BELMOT seiner Oma gab. Sein Spielzeugauto, natürlich ein Porsche, diente ihm über seine Kindheit hinweg als Vorbild.

Zehn Jahre später, mit gerade einmal 14, zog er zum ersten Mal den Blaumann an und begann in der Werkstatt zu schrauben. Sein Onkel, ein Käfer-Tuner, führte ihn in die Schrauberei ein und zeigte ihm viele Kniffe. Ein Praktikum in der Metallverarbeitung eines Unternehmens lehrte ihm zusätzlich vieles, was sonst noch hilfreich war: schweißen, drehen, fräsen, bohren sowie technisches Zeichnen. Der Grundstein für professionelles Restaurieren in Eigenregie war gelegt.

Der erste Porsche
Beim Kauf seines ersten Porsche kam wieder seine Oma ins Spiel. „1991 kaufte ich von meiner Bundeswehrauslöse  – für 2.500,- DM – einen deutschen VW-Porsche 914/4 aus dem letzten Baujahr, 1975“, erinnert sich Roland. „Das Fahrzeug wurde ursprünglich bei der Firma Karmann in Osnabrück montiert. Es befand sich bis dato in privater Hand. Es war zwar komplett aber in sehr traurigem Zustand.“ Als er seinen Kauf stolz der Oma präsentierte, war diese nicht ganz so begeistert wie er. Sie hatte sich für ihren Enkel wohl etwas Schöneres, Hochwertigeres vorgestellt. Dass der Porsche so nicht bleiben sollte, war auch Roland schnell klar. Die Spielzeugauto-Vision wich nun größeren Projekten:

Roland stieß auf eine amerikanische Zeitschrift von 1990, die einen Umbau vom 914/4 zum 914/6 GT (Tribute) ausführlich vorstellte.  Genau das war es! „Eine 'Frame-off-Restaurierung' war mein neues Ziel.“ Gesagt, getan.

Doch das Projekt verzögerte sich immer wieder. Mal kamen weitere Oldtimerkäufe und -restaurierungen dazwischen (die übrigens alle immer zuerst der Oma vorgestellt und von ihr abgenickt wurden), ein anderes Mal durchkreuzte Sturm Lothar im Jahr 1999 seine Pläne. Lothar machte aus der Werkstatt ein Wüstenfeld, eine neue musste her.

Mit der letzten Schraube fing es an
Dann endlich war es 2014 so weit, die Zeichen standen auf grün: Die Garage war längst fertig, sein deutscher VW-Porsche 914/4, lag, zerlegt bis zur letzten Schraube, vor ihm und der Umbau zum 914/6 GT (Tribute) begann. Bis Herbst 2019 verbrachte Roland von BELMOT dann so gut wie jeden freien Tag in seiner Werkstatt: „Meine Inspiration waren die 914/6 GT Modelle, die Porsche in den frühen siebziger Jahren im Renn- und Rallyesport eingesetzt hat.“



Foto: Roland von BELMOT beim Schrauben

Im Wesentlichen verbaute Roland das M 471-Paket, das sich z.B. durch die charakteristischen Kotflügelverbreiterungen (Hamsterbacken) und die GfK-Karosserieteile auszeichnet.
Um den Porsche noch mehr dem Rennsport anzugleichen, verbaute er statt eines Überrollbügels einen -käfig. Noch heute werden übrigens einige dieser Fahrzeuge im historischen Motorsport im Europa und Nord Amerika eingesetzt.

Herz des Fahrzeugs ist heute ein luftgekühlter 2,7 Liter Mittelmotor, wie er auch im 911 von 1976 verbaut wurde. Er wurde vom Motorenspezialisten komplett neu aufgebaut und auf die 914er typische 3-fach-Vergaseranlage der Firma Weber umgerüstet.

Mein ‚Tribute‘ ist kein vorbildgetreuer Nachbau seines im Rennsport so erfolgreichen Vorbilds aus den 70er Jahren. In einigen Details unterscheidet er sich. Aber ich finde meinen steingrau hellen Tribute einfach stark“, berichtet Roland lächelnd. Rolands Oma erlebte zwar den Prozess des Umbaus zu einem gewissen Grad, die Fertigstellung jedoch leider nicht mehr. Sie wäre jedoch mit Sicherheit absolut stolz auf ihren Enkel.

Wann stand für euch fest, dass ihr euch euren ersten Oldtimer kaufen wolt? Hinterlasst uns gerne einen Kommentar unter dem Artikel.

 

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Fotos vom Umbau


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